Tour de l’Avenir – Tim Gloßner auf der „U23 Tour de France“
Tim Gloßner, einer der Speerspitzen aus den Reihen des RC Germania Weißenburg, war gerade mit seinem Vereinskollegen Jakob Neumann zur Regenerationspause beim Golfspielen zu Hause, als sein Telefon klingelte. Selten, dass er und Jakob die Zeit finden für gemeinsame Unternehmungen außerhalb des Radsports. Diesen Anruf nahm Tim Gloßner jedoch gerne an: „An diesem Morgen hatte mich der Nationaltrainer angerufen und mir die Zusage für die Tour de l’Avenir gegeben. Das heißt, ich durfte in der Woche darauf mit dem Nationalkader nach Frankreich – zur Tour de France des Nachwuchses. Neben dem Baby Giro und den Weltmeisterschaften ist es das wichtigste Rennen für U23-Fahrer“, erzählt Tim. „Für mich war es eine große Ehre, unsere Nation als einer von sechs Fahrern bei dieser Rundfahrt vertreten zu dürfen.“
Das Rennen startet in der Normandie, verläuft quer durch Frankreich Richtung Alpen und endet schließlich in Italien. Nach sieben Etappen, 940 Kilometern und 14000 Höhenmetern kommen von den 150 Startern immerhin 114 im Ziel an. Die sechste Etappe war zweifelsfrei die Königsetappe: 160 km und 5.000 Höhenmeter und der Auffahrt auf den Col de l’Iseran – mit 2.770 m der höchste asphaltierte Pass der Alpen - waren beeindruckende Eckdaten dieses Tages. „Das war die härteste Rundfahrt, die ich bisher bestritten habe. Vor allem die Königsetappe war ein langer, harter Tag – über 2.000 Metern wird die Luft dünn. Die Erfahrungen und Erinnerungen sind für meine Weiterentwicklung richtig viel wert.“ Tim Gloßner gilt nicht gerade als Bergziege, als athletischer, großer Fahrer liegen ihm eher schnelle Flachetappen und Zeitfahren. Auf Etappe fünf, einem Einzelbergzeitfahren über elf Kilometer, konnte er Platz 86 erreichen und sich somit in die vordere Hälfte einreihen, obwohl die Strecke mit 735 Höhenmetern stetig steil anstieg. Ein Beweis seiner Vielseitigkeit.
Tim Gloßner musste die gleiche Erfahrung sammeln wie sein Kumpel Jakob Neumann dieses Jahr: „Leider ist nicht alles glattgelaufen: Auf der zweiten Etappe war ich in einen schweren Massensturz verwickelt. Ich hatte an diesem Tag fünf Schutzengel, denn außer leichten Schürfwunden und ein paar Prellungen ist mir nichts passiert. Mein Rad war ein Totalschaden – der Rahmen an mehreren Stellen gebrochen, dazu der Lenker und beide Laufräder.“ Auch die Vermeidung von Sturzrisiken, soweit überhaupt möglich, gehört zum Lernprozess. Radsport ist ein harter, aber faszinierender Sport.
